"Kampfhunde"
"Ein Hund spiegelt die Familie. Wer sah jemals einen munteren Hund in einer verdrießlichen Familie oder einen traurigen Hund in einer glücklichen?
Mürrische Leute haben einen mürrischen Hund, gefährliche Leute einen gefährlichen!"
Der tragische Tod eines Hamburger Kindes, daß durch einen Hund ums Leben gekommen ist, hat eine Welle von Reaktionen in Deutschland und auch bei uns in Österreich ausgelöst. Der Tod dieses Kindes macht betroffen - doch genauso betroffen macht die Tatsache, daß dieses Kind nicht hätte sterben müssen, wenn die bestehende Vorschriften eingehalten worden wären. Denn dieser Hund war den Behörden als gefährlich bekannt! Der Besitzer war mehrfach vorbestraft und der Hund war mit Auflagen wie Leinen- und Maulkorbzwang belegt worden. Weder der Besitzer noch die Behörden haben aber die Durchführung der Auflagen eingehalten bzw. kontrolliert!
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Doch, was macht einen Hund so gefährlich?
Hierbei spielen einige Gefahrenursachen mit:
@ Aggression ist ein Merkmal, das in einem Hund recht fest verankert ist, da sie bei der Evolution und Domestikation des Hundes eine ganz wichtige Rolle gespielt hat. Bei den Stammvätern der Hunde konnten sich z.B. nur die ranghöchsten Tiere verpaaren und die Rangordnung wird/wurde auf aggressive Art und Weise ausgehandelt.
Auch nach der Domestikation durch den Menschen spielte die Aggression immer eine mehr oder weniger große Rolle (Wächter von Haus und Hof, Jagdhund, Hütehund,...). Dabei war aber die züchterisch begünstigte Aggression so gut wie niemals gegen den Menschen gerichtet.
Aggression alleine macht einen Hund aber nicht gefährlich! Nur wenn diese Aggression durch bestimmte Reize ausgelöst wird, wird der Hund gefährlich.
@ Bei dem Halter des Hundes unterscheidet man zwei Gruppen von "gefährlichen" Hundebesitzern:
1.) Der Besitzer, der mit seinem Hund in einem unklaren Rangverhältnis lebt und somit nicht in der Lage ist, dem Hund seine Stellung (rangniedrigste) im Mensch-Hund-Rudel aufzuzeigen. Dieser Hundehalter hat seinen Hund nicht unter Kontrolle und damit ist der Hund potentiell gefährlich.
2.) Der Hundebesitzer, der Freude daran hat, einen gefährlichen Hund zu besitzen und sogar noch Maßnahmen trifft, um den Hund noch gefährlicher zu machen.
@ Die Unfallsituation ist ein weiterer wichtiger Punkt. Da es bei einem Hund verschiedene Formen von Aggression gibt, gibt es auch unterschiedliche Situationen, die diese auslösen:
1.) Opfer betritt das Territorium des Hundes (Territorialverteidigung)
2.) Opfer läuft vor dem Hund davon (Beutefang)
3.) Opfer fährt mit dem Fahrrad am Hund vorbei (Beutefang)
4.) Opfer unterschreitet die kritische Distanz des Hundes - Hund fühlt sich bedroht (Verteidigung)
5.) Opfer fügt dem Hund Schmerzen zu (Verteidigung)
6.) Opfer nimmt dem Hund sein Futter weg (Dominanzverhalten)
7.) Opfer verdrängt den Hund von einem Vorzugsplatz, z.B. Sofa, Bett,.. (Dominanzverhalten)
Was ist nun aber ein Kampfhund?
Das Wort Kampfhund war in der Vergangenheit mit einer zielgerichteten Ausbildung oder Tätigkeit verbunden. So wurde der Hund schon sehr früh als Kampfgenosse des Menschen gegen feindliche Heere eingesetzt und kam so zum Kriegseinsatz.
Der historische Kampfhundebegriff wurde auch mit den Kämpfen einiger Hunde in der Arena im alten Rom verknüpft, wo diese Hunde gegen Löwen oder ähnliches kämpfen mußten (zur Belustigung des barbarischen Publikums). Leider reichen diese Kämpfe, zumindest die Hund-gegen-Hund-Kämpfe bis in die heutige Zeit.
Die heutige Anwendung des Begriffes Kampfhund erfolgt aus ganz anderen Gesichtspunkten: Man will damit die Gefährlichkeit bestimmter Rassen zum Ausdruck bringen. Danach gelten besonders Molosser und Nachkommen des Bull-and-Terriers sowie deren Kreuzungen als Kampfhunde, auch wenn sie sich ihrem einstigen Lebenszweck längst entfremdet haben oder sogar niemals in Kampfeinsatz standen!
Die Liste bestimmter Rassen als Kampfhunde ist willkürlich und unhaltbar! Das Wort Kampfhund ist keine Rassebezeichnung. Auch die Verwendung als Sammelbegriff ist biologisch falsch.
Es gibt keine Kampfhunde-Rassen!
Es gibt lediglich Rassen und Kreuzungen, welche von bestimmten Leuten wegen ihrer Größe und Kraft gerne bevorzugt zum Hundekampf mißbraucht wurden und werden. Grundsätzlich handelt es sich bei einem Kampfhund um einen Hund, der für den Kampf gegen seine Artgenossen oder andere Tiere gehalten, trainiert und dazu veranlaßt wird dieses auch auszuüben.
Ein Hund ist nur so gut oder böse wie der, der am anderen Ende der Leine "hängt"!
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Gedanken eines „Kampfhundes“
Ich bin verspielt, ich bin noch klein und meine Seele ist noch rein. Ich hab gewartet auf einen Freund, auf jemanden, der mich mag. Dann kamst du – ach, wie hab ich mich gefreut! Ich wußte nicht wie es sich fühlt – wenn Menschenhand nach einem greift! Doch dann!!! Es tat so weh. Ich wußte nicht warum. Von jetzt an deine Hände – für mich nur Schläge bedeuten. Ich bin fertig, voller Schmerzen. Nein, mein Schreien und Wimmern hat niemanden gestört. Jetzt ist die Zeit sich mal zu wehren, nach deinen Händen mal zu beißen. Doch es wird schlimmer und geht weiter, Schlag für Schlag und Tag für Tag. Ich habe Durst und Hunger. Ja, du mein Herrchen gibst mir was. Es schmeckt nicht gut, doch was soll ich machen? Es ist halt Blut!!!!!!!! Ich wachs heran und wachs heran, Schläge sind Routine! Doch dann!!! Ein Kalb man mir zu Füßen legt, mich dazu zwingt und mit der Stange schlägt! Ach! Das will das Herrchen nun von mir! Zerfetzen soll ich nun das Tier! Ich hoff‘ oh Herrchen, das ist gut!? Doch du, du hast nur noch mehr Wut! Zerrst mich herbei und noch so einen wie mich, Ein Freund? Nein! Den kenn‘ ich nicht. Oh ja mein Herrchen, den zerfetze ich auch für dich! Ich dachte Gutes wäre nun vollbracht. Das Töten hast du mir beigebracht!!! Meine Seele ist auf ewig nun zerstört und es gibt keinen, der mein Wimmern hat gehört. Was heute ich – bist morgen du! Schreit es hinaus in die ganze Welt! Nur ein gutes Herrchen, auch ein gutes Tier erhält!!! Einen Kampfhund gibt es nicht, der ist von Menschenhand gemacht! Drum gebt auf eure Hunde acht!
Denkt mal darüber nach!